Das Böllerschießen hat eine jahrhunderte lange Tradition und ist von jeher Ausdruck der Hochachtung und Freude.

Heute wird das Böllerschießen untrennbar mit bayerischen Brauchtum in Verbindung gebracht.

Jedoch ist es trotz allen Nachforschungen bis heute nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums schlüssig nachzuweisen.

Es ist nachweisbar, dass seit Jahrhunderten im gesamten deutschsprachigen Raum, von Mecklenburg bis Tirol, von Bayern bis Westfalen u. bis tief in böhmische Gebiete schon geböllert wurde.

Böllerschießen gibt es nachweislich seit dem Ende des 17.Jahrhunderts in Franken.

Wer das Pulver als erstes verwendete, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass das Schwarzpulver

(eine Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle u. Schwefel) zuerst in Indien, ab dem 12.Jahrhundert sicher in China und ab dem 14.Jahrhundert auch in Europa verwendet wurde.

Seitdem wird das Pulver für Feuerwerke u. Waffen, aber auch zum "Krach machen" verwendet.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Chinesen das Pulver für Schießzwecke erst von den Europäern übernommen haben.

Den spärlichen Informationen nach hat sich das Böllern aus mehreren Bereichen entwickelt. So sollte es zum einen der Abwehr von bösen Geistern u. Dämonen  dienen u. gleichzeitig helfen, das Wetter zu ändern u. die Natur zu erwecken. Es galt mit als höchster Achtungserweis, wenn Herrscher u. Könige zu Besuch kamen. u. mit Böllerschüssen empfangen wurden. Auch um rasche u. zuverlässige Warnungen zu verbreiten wurde geböllert.

Böllerschüsse waren stets ein Zeichen besonderer Freude u. sollten ein wichtiges Ereignis durch das Krachen der Schüsse noch betonen. So sind in historischen Quellen die Böller bei Hochzeiten, Geburten, zu Ehren hochgestellter Persönlichkeiten oder auch bei besonderen Anlässen wie Stadt- u. Kirchenjubiläen abgefeuert wurden.

Stets versuchten die Landesherren, wegen häufiger Unfälle das unkontrollierte Böllerschießen zu reglementieren oder

sogar ganz zu verbieten - wir wissen, dass dies bis heute nicht ganz gelungen ist!

 

Anlässe, zu denen traditionell geböllert werden kann.

Böllerschießen in Bayern ist ein althergebrachtes, regional unterschiedlich ausgeübtes Brauchtum.

Entsprechend vielfältig sind die Anlässe, zu denen geböllert werden darf.

Unter Wahrung der bayer. Schützentradition befürwortet der Bayerische Sportschützenbund Böllerschießen im Rahmen der nachfolgenden Anlässe:

Kirchliche Feste:

Ostern, Fronleichnam, Heiliger Abend, Weihnachten,

Patronatsfeste (z.B. an den Festtagen der Schutzheiligen Barbara, Sebastian u. Hubertus).

Weltliche Feste:

Volkstrauertag, Silvester, Neujahr,

Fahnenweihe, Vereinsjubiläum, Aufstellen des Maibaums

Eröffnung öffentlicher, gemeindlicher Feste, Traditionsfeste.

Sonstige Anlässe:

- Ehrensalut für kirchliche u. weltliche Würdenträger bzw. Persönlichkeiten,

- Runde Geburtstage ab dem 50. von langjährigen, verdienten Vereinsmitgliedern u. Personen des öffentl. Lebens.

- Empfang von erfolgreichen Teilnehmern an Olympischen Spielen, Deutsche-, Europa- u. Weltmeisterschaften.

- Proklamationen der Schützenkönige

- Hochzeit von Vereinsmitgliedern (auch Goldene-, Eiserne- u. Gnadenhochzeit).

- Beerdigung von Vereinsmitgliedern u. Personen des öffentlichen Lebens.

- Auf Anforderung der Kommunen.

 

 In Bayern gibt es momentan 720 Böllergruppen mit ca. 9850 Böllerschützen,

die diese schöne Tradition betreiben.

Hoffen wir, dass das Böllerschiessen auch in Zukunft ein guter Brauch bleibt,

der mit ungetrübter Freude ausgeübt werden kann!

 

 

BSSB